• Weinverkostung - Oliver Bock

    Hier verkostet der Weinschmecker. Er bewertet, lobt und kritisiert, was ihm auf die Zunge kommt und er veröffentlicht im Weinblog auszugsweise seine Degustationsnotizen und Weineindrücke sowie seine Weinerlebnisse auch außerhalb des Rheingaus.

Aus dem Verkostungstagebuch

Private Tastings

Graf von Kanitz 1986 Lorcher Schlossberg Riesling – nie und nimmer hätte ich diesen Jahr erraten, und dann noch aus der 0,5er Flasche, Hut ab

Aufricht 2015 Riesling*** - mag man oder mag man nicht.. mir gefällts, andere hatten Schwierigkeiten, ihn als Riesling zu erkennen

August Kesseler 2017 Berg Roseneck Riesling GG und 2016 Lorchhäuser Seligmacher Riesling GG … Kesseler ist wie immer eine Bank, und diese Weine sind hochgradig großartig

Christmann 2008 Idig GG – ein wenig reif, ein wenig fetter als andere dieses Jahrgang, aber dennoch genußvoll

Schloss Vollrads 2017 Alte Reben – guter Trinkfluss, läuft!

Staatsweingüter 2014 Pinot Noir trocken … bestätigt meine Skepsis zu vielen Weinen des Jahrgangs 14…

August Kesseler 2015 und 2016 Höllenberg Pinot Noir GG höllisch guter Pinot

Christmann 2015 Königsbach Spätburgunder – brav, gut gemacht

Jakob Jung, Erbach

… die Adventsprobe Ende November ist ein Muss, denn dann zeigen sie 2017er langsam in ihrer Gesamtheit Ihre Stärke. Meine Favoriten sind der Steinmorgen Erste Lage. Riesling und die 2017 „Alten Reben“ trocken… auch die Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay hat abermals guten Zug und Druck… Bei den großen Gewächsen läuft der Siegelsberg gaaaaaanz langsam zur großer Form auf

Speicher-Schuth, Kiedrich

… noch eine Adventsprobe, und ich bin vom Preis-Leistungsverhältnis bei Ralf Schuth immer sehr begeistert. Die neue Vinothek ist übrigens jetzt geöffnet, hingehen lohnt sich. Vor allem wegen der beiden trockenen Rieslinge aus Wasseros und Gräfenberg, deren mineralische Ausprägung mit sehr gut gefällt. Der Restzucker dürfte gerne etwas geringer ausfallen, aber so zeigen die Weine eine Saftigkeit, die sehr trinkanimierend wirkt! Klare Kaufempfehlung, ebenso der Pinot Noir… kenne nix aus der Preisklasse unter zehn Euro im Rheingau, was mir besser schmeckt! Der Pinot aus dem Barrique ist klasse, ganz neu ist ein Syrah, denn ich noch einige Male nachverkosten muss. Das entfällt beim Cabernet franc, der ein für den Rheingau sehr ungewöhnlicher Wein ist. Muss in den Keller!

Barth, Hattenheim

… die nächste Adventsprobe, die hier Weihnachtsforum heißt und immer bestens organisiert ist. Ich mag den Basis-Riesling aus 2017, das ist eine klasse Visitenkarten für ein durchweg imposantes Sortiment. Der Rüdesheimer Ortswein ist ein sehr ansprechender Vertreter dieser Kategorie, top! Und bei den GGs habe ich mit in den 2015er Hassel verliebt. Sehr gut auch der Spätburgunder Reserve, wenn auch 19 Euro hier schon ambitioniert sind. Charming wie immer die Sekte, und ich habe wohl gefunden, was ich an Silvester (unter anderem) öffnen möchte: 2013 Schützenhaus brut nature VDP. Erste Lage. Magnum. Zum niederknien. Oder eben zu Feuerwerk abbrennen!

Rheingau Open 2018

… das war mal wieder eine gelungene Veranstaltung auf Schloss Johannisberg mit insgesamt 60 Weingüter. Ich habe mich so treiben lassen und wie immer einige außergewöhnliche Tropfen gefunden, die mich sehr begeistert haben…. leider hatte ich nicht viel Zeit und habe auch wenig notiert… und die Notizen obendrein verloren…

Laquai 2017 Schlossberg Erstes Gewächse – entwickelt sich phänomenal gut, bestätigt mein Urteil vom August!

Mohr 2017 Boden-Steinberg Erstes Gewächs – stoffig, mineralisch, elegant, hervorragend

Lesehof Stagard, Krems: 2016 Riesling Steinzeug – extravagant aber gut

Kanaan Winery China: 2017 Kanaan Riesling trocken – trinkbar, muss nicht sein

und sonst?

Allendorf! : 1999 Quercus superior …. absoluter Hammer, wirkt jung, frisch, bestens strukturiert, langer Nachhall, sehr elegant, bin jetzt noch hin und weg…. wow!